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Sie haben ein Assessment vor sich? Sie sind aufgeregt? Sie würden gern jetzt schon wissen, was Sie erwartet? Da haben wir etwas für Sie: Die folgenden Zeilen geben einen Überblick über typische Übungen in Assessment-Centern und erste Tipss, wie Sie diese souverän meistern. Viel Vergnügen.
Ihr Leben und Sie in drei Sätzen: Das will gut überlegt sein. Bringen Sie auf den Punkt, was wirklich wichtig ist: Wer sind Sie? Was haben Sie gemacht? Was gibt es in Ihrem Leben besonderes? Haben Sie ein ausgefallenes(!) Hobby, ein-mal die Welt umsegelt oder bei Jugend Forscht den ersten Platz belegt? Überlegen Sie, bevor Sie etwas sagen, in welches Licht Sie sich damit rücken. Was ist Ihr Lebensmotto? Warum sind Sie überhaupt hier? Und: Schauen Sie die Menschen offen an, denen Sie etwas über sich
erzählen, statt verlegen mit dem Boden zu flirten. Zum Abschluss
sollten Sie nachfassen, ob Ihre Zuhörer Fragen an Sie haben - das
betont Ihre Selbstsicherheit und Ihre Kommunikationsstärke.
»Vertreten Sie Ihren Chef am neuen Arbeitsplatz - plötzlich und unerwartet. Erledigen Sie die angehäufte Post, beantworten Sie Telefonanrufe und setzen Sie sich mit den Anforderungen Ihrer Mitarbeiter auseinander.« So oder so ähnlich lautet die typische Postkorbaufgabe. Wenn Sie Glück haben, steht Ihnen als »Hilfskraft« eine Sekretärin zur Verfügung. Und dann geht es los: Eine Reihe geschäftlicher Vorfälle, die Ihre wohlbedachte Entscheidung fordern, ständig unterbrochen von nervigen Schikanen. Anrufe, überraschende Bewerber, erschreckende Pressemitteilungen. Damit Ihnen nicht langweilig wird, werden ein Paar private Konflikte eingestreut: Die eigene Frau im Krankenhaus, der um Kredit flehende Onkel und die kündigende Haushälterin... - mal schauen, wie sich Ihre Fehlerquote unter hoher Belastung entwickelt. In jedem Fall dürfen Sie anschließend, in einem »gemütlichen«
Gespräch, jede Ihrer (Fehl-)Entscheidungen genau begründen. Notieren Sie Ihre Entscheidungen schriftlich. Scheuen Sie sich nicht nötige Informationen auch einzufordern. Mit dieser Haltung sollten Sie jeden Postkorb souverän lösen.
An Themen mangelt es nicht: Politik, die Marketingstrategie des Unternehmens oder das Wetter - es geht ja mehr um das »Wie«, als um das »Was«. Die Gruppendiskussion startet meist führerlos. Dies jedoch nur damit sich während der Diskussion ein »natürlicher Führer« herauskristallisiert. Die Bewertung der Gesprächsrunde ist stark von der Zusammensetzung der Gruppe abhängig und fordert ein Höchstmaß an Konzentration von den Assessoren. Länge, Art und Qualität der Beiträge müssen erfasst und bewertet werden. Hier punktet, wer gegensätzliche Positionen vermittelt, zurückhaltende Teilnehmer einbezieht und die Diskussion sanft moderiert. Zuweilen wird im Anschluss anonym gefragt, mit welchem der Teilnehmer ein jeder am Abend gern ein Bierchen trinken würde. Derjenige, dem die meisten »Bierfreundschaften« zufallen, der erntet auch ordentlich Pluspunkte für diese Übung. - Also, immer recht sympathisch bleiben!
Haben Sie's gemerkt: Im Wort Präsentation steckt »Präsent«. Machen Sie Ihren Vortrag also zu einem Geschenk an Ihre Zuhörer. Alle nötigen Informationen werden Ihnen typischerweise bereitgestellt - im Überfluss. Der erste Teil der Aufgabe liegt also im Herausfiltern der relevanten Informationen aus der Datenflut. Bereiten Sie das Thema so auf, dass Sie Ihren eigenen Vortrag gern hören und alle wichtigen Informationen - selbst nur einmal vernommen - behalten würden. Sie merken es geht um mehr, als um ein Referat: Es geht auch um Ihren Unterhaltungswert! Nutzen Sie Overhead-Folien und Flip-Charts. Achten Sie dabei immer auf das Prinzip »Autobahnschild«: Wenn Sie mit 120 km/h an Ihrem Tafelbild vorbeifahren, sollten Sie dennoch alle wichtigen Informationen mitbekommen. Nutzen Sie in Ihrem Vortrag die Körpersprache und die Macht der Pausen. Fassen Sie zusammen. Lassen Sie sich nicht unterbrechen und weisen sie unberechtigte Störungen höflich aber bestimmt zurück.
Das »Theaterspiel« dauert zwischen 10 Minuten und einer halben Stunde. Hier kann die Gehaltsverhandlung ebenso Thema sein wie das Verkaufs- oder Kündigungsgespräch. Entscheidender als die Art der Lösung, die Sie vorschlagen, ist die Art Ihres Vorgehens. Ob Sie eine Gehalterhöhung strikt ablehnen, geldwerte Vorteile, wie den Firmenwagen oder ein individuelles Qualifikationsprogramm, vorschlagen - im Fokus stehen Ihre kommunikativen und rhetorischen Fähigkeiten. Streben Sie immer eine gütliche Einigung an und zeigen Sie Flexibilität.
Hier helfen nur gesunder Menschenverstand, sachliche Über-legungen, strategisches und vernetztes Denken, Basis-Know-How der Betriebswirtschaft sowie enormes Team- und Networking. Achten Sie bei der Lösung der Case Study darauf, dass Sie nicht nur das Ergebnis ermitteln und darstellen. Zeigen Sie, »wie« Sie zur Lösung kommen. Man will Ihr methodisches Vorgehen beurteilen. So kann selbst eine letztlich falsche Lösung, bei richtigem Vorgehen, überzeugen.
Zunächst wird ein wenig Ihre Biographie abgeklopft. Besonderes Augenmerk legt man jedoch auf Ihre Motivation, Ihre sozialen Fertigkeiten, Ihre Vorstellungen über Mitarbeiterführung und Mitarbeitermotivation. Man beobachtet Ihre kommunikativen Fähigkeiten im Gespräch. Ihre fachliche Qualifikation wird allenfalls gestreift. Man setzt Ihr fachliches Können bereits voraus. Andernfalls hätten Sie es hierhin nicht geschafft.
Man stellt Ihre Qualifikation und Ihre soziale Kompetenz in Zweifel und beleidigt Sie offen. Ziel der Stressinterviewer ist es, herauszufinden wann Sie »aussteigen«. In manchen Fällen werden die Interviewer sogar handgreiflich. Wo liegen Ihre wunden Punkte und wie nervenstark sind Sie wirklich? Hier gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren, zu wissen was gespielt wird und unberechtigte Kritik souverän zurückzuweisen.
Nutzen Sie die Möglichkeit eines Trainings oder Coachings für Ihr Assessment-Center. Hier erhalten Sie, neben hilfreichen Tipps, auch klares Feedback zu Ihren Stärken und Schwächen. Lesen Sie, was immer Ihnen zum Auswahlverfahren und zu dem Unternehmen in die Finger kommt. Informieren Sie sich über etwaige Besonderheiten des speziellen Auswahlverfahrens. Quellen für solche Informationen sind, neben Karriere-Beratern, v.a. Internet-Foren, wie z.B. squeaker.net und vault.com. (tu) |
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| (C) Thomas Ullrich | DenkHalle Consulting - Düsseldorf, 2003 |