Jobbörsen
  — Echte Helfer?

 Autor: Thomas Ullrich, DenkHalle Consulting


Schluss mit den schwarzen Fingerkuppen vom Durchwälzen der Stellenanzeigen in der Tageszeitung: Dank der virtuellen Welt können Sie sich Ihren neuen Job im Internet suchen - und "suchen" ist das richtige Stichwort.

Wenn Sie sich im Web nach einer neuen Herausforderung umsehen wollen, haben Sie die Qual der Wahl: Mehr als 400 Online-Stellenmärkte dürfen Sie durchforsten.

Dabei lassen sich die Anbieter in vier Bereiche einteilen

      • staatliche Jobbörsen
      • kommerzielle Jobbörsen
      • Unternehmens-Stellenmärkte
      • Jobrobots


Staatliche Jobbörsen

Die staatlichen Jobbörsen sind v.a. jene, die vom Arbeitsamt (»arbeitsamt.de«) bereitgestellt werden. Den Löwenanteil der genutzten Stellenmärkte bilden hier das SIS (Stellen-informationssystem) und das ASIS (Ausbildungsstellen-Informations-System).
Daneben betreibt das Arbeitsamt eine Reihe weiterer - weniger frequentierter - Vermittlungsangebote, z.B. für das Hotel- und Gaststättengewerbe, für Bühne, Fernsehen und Film, für Praktikumstellen, sowie für Künstler, Führungskräfte, Ingenieure und IT-Spezialisten.

In einer weiteren Begriffsauslegung lassen sich auch Online-Stellenmärkte von Universitäten und öffentlichen Einrichtungen dem Bereich der staatlichen Jobbörsen zuordnen.


Kommerzielle Jobbörsen

Bei kommerziellen Jobbörsen ist das Einstellen eines Stellengesuches für Bewerber in aller Regel kostenfrei. Unternehmer hingegen müssen für das Schalten von Stellenangeboten üblicherweise zahlen.
Bei den kommerziellen Jobbörsen lassen sich v.a. vier Gruppen ausmachen:

Allgemeine Jobbörsen
Zu den allgemeinen Jobbörsen zählen z.B. »jobboerse.de«, »jobpilot.de«, »stepstone.de«, etc. Allgmeine Jobbörsen nehmen prinzipiell jede Art von Jobangebot für prinzipiell jede Zielgruppe in ihre Datenbank auf.

Gesellschaftsgruppenspezifische Jobbörsen
Solche Jobbörsen richten sich an bestimmte Gesellschaftsgruppen, z.B. an Behinderte und chronisch Kranke (»kein-handicap.de«), Schüler und Studenten (z.B. »schuelerjobs.de«, »berufsstart.de«), oder an die Gruppe der 45- bis 75jährigen (z.B. »senioren-jobs.de«).

Berufsgruppenspezifische Jobbörsen
Diese Jobbörsen richten sich gezielt an bestimmte Berufsgruppen, wie z.B. »aerztestellen.de« an Mediziner oder »horizont.net/jobs« an Jobsuchende aus den Berufsbereichen Medien-, PR- und Marketing.

Regionale Jobbörsen
Schätzungen zufolge schauen sich bis zu 90% aller Arbeitssuchenden zunächst in Ihrer näheren Umgebung nach einer neuen Beschäftigung um. Dieses Interesse wollen regionale Jobbörsen befriedigen, sei es als Jobbörse für eine Region (z.B. »arbeitsmarkt-bodensee.de«) oder für eine Stadt (z.B. »koelner-job-stellenmarkt.de«).

Daneben gibt es selbstverständlich auch andere Formen und Kombinationen. Ein Beispiel bietet »oekojobs.de«, das sich v.a. an die Gruppe der 18 bis Mitte 20jährigen richtet (spezifische Gesellschaftsgruppe) und Jobs im ökologischen Bereich (berufsspezifisch) in ganz Europa (länderüber-greifend) erfasst und vermittelt.


Unternehmens-Jobbörsen

Für Großunternehmen und größere Mittelständler gehört es derzeit zum guten Ton, auf der Internetpräsenz auch einen Jobmarkt für offene Stellen - v.a. für Berufseinsteiger - zu betreiben (z.B. »za.bertelsmann.de«, »jobs.hp.com«). Meist werden hier auch Möglichkeiten zur direkten Online-Bewerbung bereitgestellt. Diesen sollten sie aber kritisch gegenübertreten, da hier zuweilen eine elektronische Auswertroutine vorgeschaltet wird, bevor Ihre Unterlagen ein Personaler zu sehen bekommt. Ferner ist nicht immer eine konkrete Bezugsperson auszumachen, die sich persönlich anschrieben und bei der sich später »nachhaken« lässt. Schließlich haben Sie bei vielen der derzeit gängigen Formulare wenig Chance zur individuellen Selbstdarstellung.



Jobrobots

Eine Erleichterung im Dschungel der Jobbörsen versprechen sogenannte Jobrobots (z.B. »jobrobot.de«, »zeit.de/jobs«). Ähnlich, wie die Suchmaschine Metager sich bei der Suchanfrage der Kataloge anderer Suchmaschinen bedient, greifen sogenannte Jobrobots mit einer Anfrage gleich auf eine ganze Reihe verschiedener Jobbörsen zu.

 


Jobbörsen effizient nutzen

Wenn Sie Jobbörsen für Ihre Jobsuche nutzen wollen, helfen Ihnen folgende Tipps:
      • Im Internet finden Sie zahlreiche Listen von Jobbörsen. Diese haben jedoch erfahrungsgemäß viele "tote Links". Nutzen Sie Suchmaschinen (Google, Metager, etc.) und suchen Sie selbst nach Jobbörsen, die zu Ihnen passen.
         
      • Bevor Sie sich in eine Jobbörse eintragen, sollten Sie diese prüfen. Stöbern Sie zuvor ein wenig nach den dort inserierenden Arbeitgebern und prüfen Sie die Mediadaten. Beides sollte für Ihren Jobwunsch Aussicht auf Erfolg versprechen.
         
      • Bevor Sie Ihr Profil in einer Jobbörse anlegen, erstellen Sie sorgfältig alle Ihre Unterlagen und prüfen Sie diese genau. Machen Sie keinen einzigen Eintrag, den Sie nicht vorbereitet, überschlafen und überarbeitet haben.
         
      • Ggf. sollten Sie passende Texte und Textabschnitte aus vorbereiteten Dokumenten kopieren und in das Online-Formular einfügen. So vermeiden Sie Fehler beim Abtippen und können Ihr Profil effizient anlegen.
         
      • Lesen Sie Ihr Profil nach dem eintragen noch einmal sorgfältig durch. Betrachten Sie es in verschiedenen Browsern (Netscape Navigator, Microsoft internet Explorer).
         
      • Tragen Sie Ihr Profil in verschiedene Jobbörsen ein. Berücksichtigen Sie, neben den allgemeinen, auch passende zielgruppenspezifische Jobbörsen.
         
      • Erwägen Sie einen Link auf Ihre Bewerbungshomepage in Ihr Profil einzuarbeiten, damit sich der an Ihnen interessierte via Klick ein genaueres Bild von Ihnen machen und nötige Unterlagen direkt selbst ausdrucken kann.
         
      • Nutzen Sie zur Abfrage von Stellenangeboten neben den speziellen Jobbörsen, für die Sie sich entschieden haben, auch verschiedene Jobrobots um die Erfolgschancen Ihrer Suche zu optimieren.

(tu)

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(C) Thomas Ullrich | DenkHalle Consulting - Düsseldorf, 2003